„Wie soll ich mich hinstellen?“ Dieser Satz hat sich während meiner Zeit mit About two lenses fest in mein Gedächtnis eingebrannt. Warum? Weil ich furchtbare Angst vor diesen fünf Worten hatte. Am liebsten bin ich als Fotografin stille Beobachterin, um die Möglichkeit zu erhalten, unschuldige und reine Momente festzuhalten. Mal ehrlich, wer kann sich schon absolut fallen lassen, wenn ihn ein(e) Fotograf(in) mit einem riesen Fremdkörper in der Hand auf Schritt und Tritt verfolgt.

Gut, ganz so schlimm ist es dann doch nicht und man darf nicht vergessen, dass inszenierte Shootings unheimlich viele Vorteile mit sich bringen. Die komplette Bildkompositionen, die Stimmung und Emotionen, all das kann bis ins kleinste Detail durchgeplant werden…

Die Location ist perfekt, die Accessoires sind bestens auf die Umgebung und dein Motiv abgestimmt, das Licht stimmt, du hast an alles gedacht und dann…, dann schaut dich dein Gegenüber mit diesem fragenden und hilflosen Blick an – „Wie soll ich mich hinstellen?“

 

Diese 5 Tipps kann ich euch ans Herz legen, um mit dieser Frage souverän umzugehen:

  1. Sammelt Ideen: Legt eine neue Pinnwand auf Pinterest an und fügt alle Shooting-Bilder ein, die euch ansprechen. Welche Posen sehen besonders schön aus? Sind diese individuell einsetzbar oder wirken sie nur in Verbindung mit einer bestimmen Inszenierung?
  2. Erforscht die Location: Überlegt euch vorher, wo ihr euer Motiv platzieren möchtet und welcher Platz sich am besten eignen könnte.
  3. Paaren brauche oft nur wenige Anweisungen – manchmal genügt nur ein kleiner Anstoß, um das Eis zu brechen, da die beiden Turteltauben – im Gegensatz zu Einzelpersonen – miteinander interagieren können und in ihre eigene kleine Welt eintauchen.

 

 

  1. Du bist der Chef: Gewöhnt euch an den Gedanken, dass euer Motiv nach eurer Pfeife tanzt und scheut euch nicht davor, Posen zu korrigieren. Vergesst dabei nicht, eure Begeisterung zu vermitteln, wenn euer Model gerade genau das Richtige macht – das spornt dein Gegenüber nur mehr an, aus sich heraus zu kommen.
  2. Lernt euch kennen: Legt nicht sofort mit dem Fotografieren los, sondern werdet erstmal warm miteinander. Eine gute Möglichkeit bietet hierfür ein gemeinsamer Kaffee vor dem Shooting oder ein kleiner Smalltalk bevor die eigentliche Action startet.